Additive Fertigungsverfahren – Was’n das?

…. etwas womit man Kleider, Prothesen und Gurtschnallen machen kann!

Herr Philipp Rother (M. eng.), Ausbildungsleiter der Fa, Karl Mayer in Obertshausen besuchte am Donnerstag, den 24. Mai, die Gewerblich-technischen Schulen und informierte unsere Schüler/-innen und Studierenden über

„Additive Fertigungsverfahren“

Umgangssprachlich verwenden viele hierfür den Begriff „3D-Drucker“. Das ist nicht korrekt, wie man als Zuhörer/-in bald erfuhr.

Zu Beginn des Vortrags machte Herr Rother zunächst einmal die Bedeutung dieser Verfahren klar. In einigen Jahren könnten herkömmliche Fertigungsverfahren in der Metallverarbeitung aussterben und durch Additive Fertigungsverfahren ersetzt werden.

Daher ist es für die Absolventen der Fachschule für Technik, für Auszubildende im Bereich Metall – und Maschinenbau und auch für die Schüler und Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums wichtig, dass sie von diesen Verfahren schon einmal gehört haben und sich damit auseinandersetzen. Es sind völlig neue Konstruktionen denkbar, die bislang aufgrund der fertigungsbedingten Grenzen nicht umgesetzt werden konnten.

Die neuen Verfahren werden in allen Bereichen des Lebens eingesetzt. Vom Prototypenbau, bis zur Medizintechnik zum Beispiel in Form von Hüft- und Zahnprothesen, ja sogar Kleider und Häuser können mit Hilfe Additiver Verfahren gefertigt werden.

Der 3D-Druck, der den meisten Interessierten heutzutage ein Begriff ist, ist nur ein Verfahren von vielen.

Zu Additiven Fertigungsverfahren zählen z.B.

  • die Stereolithographie, STL
  • (Photosensitives Harz wird von einem Ultraviolett-Laser ausgehärtet)
  • das Lasersintern, SLS
  • (Kunststoff- oder Keramikpulver wird „verbacken“, d.h. gesintert)
  • Selektives Strahlschmelzen, SLM
  • (Metallpulver wird über einen Laser gesintert)
  • Fused Layer Modeling, FLM
  • (Kunsstoffstränge werden erwärmt und schichtweise aufgetragen)
  • und eben der 3D-Druck, der allerdings nur bei mehrfarbigen Modellen Verwendung findet.

Kollege Rittersberger dankte Herrn Rother für seinen Vortrag.

Kolleg Rittersberger dankte Herrn Rother für seinen Vortrag.

 

 

Die Vorteile der Verfahren liegen in ihrer hohen Wirtschaftlichkeit bei der Fertigung von Modellen oder wenigen Einzelteilen. Auch bei der Ersatzteillieferung werden immense Einsparpotentiale erwartet.

Mit additiven Verfahren gefertigte Produkte weisen praktisch die gleiche Festigkeit auf, wie herkömmliche Produkte.

Wenn die wenigen Nachteile, z.B. lange Nachbearbeitungszeiten, durch technisches Ausreifen der neuen Methoden weiter verbessert werden, sind dem Einsatz der Verfahren kaum Grenzen gesetzt.

Um auf dem Arbeitsmarkt interessant zu sein und den Herausforderungen der „Industrie 4.0“ gewachsen zu sein, müssen sich junge Absolventen auch mit Additiven Verfahren auseinander setzen.

Aus diesem Grund steht in der GTS seit Beginn dieses Schuljahres ein „3D-Drucker“ (FLM-Verfahren) zur Verfügung. Unser Ultimaker wird von den Lernenden und Lehrenden so intensiv genutzt, dass die Anschaffung weiterer Drucker nur noch eine Frage der Zeit ist.

Herr Rother, der selbst die Weiterbildung zum staatlich-geprüften Techniker und technischen Betriebswirt an unserer Schule absolviert hat, unterhielt alle Anwesenden mit einem lebendigen Vortrag, mitgebrachten Modellen und dem Dialog mit den Studierenden.

 

(RIT)