Schülerdiskussion mit Ministerin Lucia Puttrich

Eine lehrreiche Stunde über Gesprächsführung und Politik erhielten Schülerinnen und Schüler aus der Q2 Anfang Februar 2015, während einer Live-Videoschalte nach Berlin zur hessischen Staatsministerin für Bundes-und Europaangelegenheiten Frau Lucia Puttrich. Einen Tag vor der monatlichen Bundesratssitzung durften die Schülerinnen und Schüler die Ministerin zu von ihnen ausgewählten aktuellen Gesetzesentwürfen befragen. Frau Puttrich stellte sich humorvoll und sympathisch den Fragen zum Tarifeinheitsgesetz, der Frauenquote – die doch eben auch eine Männerquote sei, wie sie es nicht versäumte zu betonen, der PKW-Maut und einem tagespolitisch aktuellem Thema. Hier suchten die Schülerinnen und Schüler Antworten auf den Umgang der Bundesregierung mit den USA in Sachen NSA. Die Schüler Eric Frodl und Marius Herrtwich moderierten souverän und strukturiert durch die Veranstaltung, die von den Schülerinnen und Schülern gut vorbereitet worden war.

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Die Ministerin gab ausführliche Antworten und machte klar und verständlich ihre Standpunkte deutlich. So bewertete sie z. B. in der Frage nach dem Vorgehen des NSA ihre Privatsphäre und die aller Bürger als ein sehr hohes Gut, Sicherheit jedoch gehe in Sachen Terrorbekämpfung vor. Auch gehe sie davon aus, dass der Normalbürger nicht im Fadenkreuz der Ermittler stehe, er sei zu uninteressant, genauso wie sie selbst, sowohl als Politikerin als auch als Privatperson. Die Frauenquote hält die Ministerin für eine sinnvoll Maßnahme, da es ohne die Quote leider nicht voran gehe mit der Besetzung von Führungspositionen durch Frauen – wie die Vergangenheit gezeigt habe. Die Ministerin betonte, keine Meinungen ändern zu wollen, sondern vielmehr Gedankenanstöße geben, Argumente zu bedenken geben zu wollen, die vielleicht noch etwas länger als das Gespräch mit ihr in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler nachwirken könnten.

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Nach der Veranstaltung reflektierten die Schülerinnen und Schüler selbstkritisch ihren Fragestil und bedauerten, an der ein oder anderen Stelle nicht doch stärker nachgebohrt zu haben – eine gute Erfahrung, die für künftige Diskussionen in Erinnerung behalten werden kann. Insgesamt waren sie begeistert von der Gelegenheit, mit einer Politikerin direkt sprechen und ihr durchaus auch kritische Fragen stellen zu dürfen.

Gespannt verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Abstimmungen zu „ihren“ Themen in der Bundesratssitzung – welches Gesetz wurde mit welcher Begründung befürwortet, welches abgelehnt? Wie verhielt sich ihr Bundesland Hessen bei der Abstimmung? Wie geht es nun weiter mit dem Gesetzesentwurf? Wie wird er irgendwann niedergeschrieben und gegebenenfalls ratifiziert? Eine schöne Gelegenheit Politik spannend zu erleben. Wir danken Frau Puttrich und ihrem Team sehr herzlich dafür!

(SEU)

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