Darstellendes Spiel – Der Räuber Hotzenplotz
Von Dienstag, 20.01.2026 bis Donnerstag, 22.01.2026 fanden in der Cafeteria der Gewerblich-technischen Schulen in Offenbach die Aufführungen von „Der Räuber Hotzenplotz“ nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler statt. Schüler des Abiturjahrgangs 2026 hatten im Rahmen des Unterrichts in Darstellendem Spiel unter der Leitung von Frau Spengler den Text bearbeitet und das Aufführungskonzept entwickelt.
Aus den klassischen Kasperlefiguren Kasperl, Seppel, Großmutter und Räuber erschuf Preußler 1962 eine Erzählung für Kinder über Freundschaft, Mut und den Sieg über das Böse.
In der Inszenierung von M. Spengler ruft der Autor selbst (gespielt von Lars Quirin) seine Figuren auf die Bühne. Kasperls Großmutter (Franka Hofmann) tritt dem Räuber (Mohamed Addu) zunächst couragiert entgegen, kapituliert aber schließlich vor seiner Pfefferpistole. Die Wachtmeister Dimpfel (Enes Sas) und Moser (Leon Dusek) eilen herbei, fühlen sich der Ermittlung jedoch nicht gewachsen. Hier kommen Kasperl (Max Sommer) und Seppel (Nikolas Röllig) ins Spiel: „Wir schnappen den Räuber!“ Dabei geraten sie zunächst selbst in die Fänge des Räubers und seines Freundes, des großen und bösen Zauberers Petrosilius Zwackelmann (Moritz Röhr), aus denen sie sich mit Hilfe der Fee Amaryllis befreien.
Bemerkenswert an dieser Inszenierung waren die von Benjamin Scheel liebevoll gestalteten Requisiten sowie die durchgängige akustische Begleitung durch Mehrzad Abedini, der auf der Gitarre vom Holzbohrer bis zur Türklingel jedes Geräusch hervorbrachte. Weitere gelungene dramaturgische Einfälle waren der aus dem Off chorisch gesprochene Text der Unke (F. Hofmann und B. Scheel) und die eigens hinzugefügte Rolle der „Phantasie“ (Samuel Schiller Garcia), die das Zaubern übernahm und die minimalistische Ausstattung der Bühne vergessen ließ. Die schauspielerische Leistung der Akteure war bemerkenswert: F. Hofmann in der Doppelrolle als Großmutter und Fee, M. Addu als martialischer Räuber und verzauberter Gimpel, der auch das Publikum mit einbezog, und nicht zuletzt M. Röhr, der die Rolle des kurzfristig erkrankten Zauberers mit Bravour übernahm. So wurde aus dem Kinderstück ein ernst und heiter zu nehmendes Schauspiel, das das Publikum im vollbesetzten Saal zu begeistertem Applaus veranlasste.

von links nach rechts: F. Hofmann, M. Addu, M. Sommer, N. Röllig

von links nach rechts: N. Röllig, M. Addu, M. Sommer, F. Hofmann, L. Dusek, E. Sas



