Deutschlands bester Feinwerkmechaniker
Moritz Keller aus Mainflingen ist Bundessieger der Feinwerkmechaniker mit der Fachrichtung Werkzeugbau.
Der Bundesentscheid selbst fand in Northeim bei Göttingen statt, wo in sechs Stunden ein Klebeband-Abroller mit Stiftehalter gefertigt werden musste. Nach der Auswertung war Moritz Keller der bundesweit beste Geselle seines Ausbildungsjahrgangs.
Moritz Keller machte seine Ausbildung bei der Anton Bauer Werkzeug- und Sondermaschinen GmbH in Seligenstadt – seine Berufsschule war die GTS.
Er begann im Sommer 2021 seine Ausbildung und schloss diese als bester Auszubildender ab. Auf eine Verkürzung seiner 3,5jährigen Ausbildung verzichtete er, da er sich für das verlockende Angebot der Handwerkskammer, für vier Wochen im Sommer 2024 ein Auslandspraktikum in Madison (Wisconsin, USA) zu absolvieren, entschied.
Während seiner Ausbildung beschäftigte sich der heute 20-Jährige unter anderem mit dem professionellen Schneiden von Regenrinnen und entwickelte eine mobile Fallrohrstanze, die in Regenrinnen ein sauberes Loch für die Montage des Fallrohrs stanzt und dieses gleichzeitig umformt. Die Firma Anton Bauer möchte diese innovative Entwicklung als Patent anmelden.
Bei so viel Know-how und Innovationsgeist schmerzt es umso mehr, dass das Kultusministerium in diesem Jahr entschieden hat, die Feinwerkmechaniker ab 2026 an der EKS in Darmstadt und nicht mehr an der GTS in Offenbach ausbilden zu lassen. Die Werkzeugmechaniker müssen ab der Fachstufe sogar nach Biedenkopf. Ob es den Ausbildungsbetrieben gelingen wird, weiterhin junge Menschen zu finden, die sich in diesen anspruchsvollen und für die Region wichtigen Berufen ausbilden lassen, wenn solch weite Wegstrecken für die Berufsschule zurückgelegt werden müssen, bleibt fraglich.
Text: Doris Blaschke (Abteilungsleiterin der Berufsschule GTS)




