Studienfahrt der Klassen 304, 591 und 592 nach München
Auch in diesem Schuljahr führte eine Studienfahrt mehrere Klassen der Gewerblich-technischen Schulen Offenbach nach München. Teilgenommen haben die Mechatroniker des dritten Ausbildungsjahres der Klasse 304 sowie die Studierenden der Fachschule für Technik mit den Schwerpunkten Maschinentechnik (Klasse 591) und Automatisierungstechnik (Klasse 592). Martin Morcinek, Alexander Riedel und Ulrike Nubert begleiteten die Gruppe.
Das Programm verband fachliche Einblicke in moderne Industrieproduktion, Automatisierung und Robotik mit allgemeinbildenden Programmpunkten. Einige Veranstaltungen organisierten wir gezielt getrennt, um den unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten gerecht zu werden. Gleichzeitig gab es mehrere gemeinsame Programmpunkte, bei denen Auszubildende und angehende staatlich geprüfte Techniker voneinander profitieren konnten. Einige organisatorische Herausforderungen – darunter ein Streik im Münchner Nahverkehr sowie die Münchener Sicherheitskonferenz – beeinträchtigten die Durchführung der Studienfahrt nicht maßgeblich.
Robotik und Automatisierung bei ARRI
Ein besonders eindrucksvoller Programmpunkt war der Besuch bei ARRI, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich professioneller Filmtechnik.
Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in mehrere Automatisierungsprojekte der Produktion. Vorgestellt wurden unter anderem robotergestützte Bestückungsstationen, die durch ihre hohe Wiederholgenauigkeit eine gleichbleibend hohe Produktqualität ermöglichen.
Besonders interessant war außerdem eine Robotiklösung für das Be- und Entladen einer CNC-Fräsmaschine, die sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Effizienz der Fertigung verbessert. Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit einer robotergestützten Lackierstation, die bewusst so konzipiert wurde, dass sie die Arbeit der Fachkräfte unterstützt und nicht ersetzt. Das Faszinierende daran war ein VR-basiertes Teaching-System, mit dem Roboterbewegungen mithilfe einer Virtual-Reality-Brille programmiert werden können. Die Kombination aus innovativer Idee und praktischer Umsetzung sorgte bei allen Teilnehmenden für große Begeisterung.

Kollaborative Robotik bei Universal Robots
Ein weiterer Höhepunkt der Studienfahrt war der Besuch bei Universal Robots. In einem praxisorientierten Workshop konnten die Teilnehmenden kollaborative Roboter selbst programmieren.
Unter Anleitung des Teams vor Ort setzten die Schüler und Studierenden verschiedene Programmieraufgaben um – von einfachen Bewegungsabläufen bis hin zu komplexeren Anwendungen. Durch die direkte Arbeit an den Robotern erlebten sie die Möglichkeiten moderner kollaborativer Robotik unmittelbar. Für viele Teilnehmende war dieser Workshop einer der spannendsten Programmpunkte der gesamten Studienfahrt.

Einblicke in moderne Industrieproduktion
Auch der Besuch im MAN Trucks Werk in München bot spannende Einblicke in industrielle Fertigungsprozesse. Bei der Werksführung wurde deutlich, wie moderne Lastkraftwagen in einer hochgradig getakteten Produktionsumgebung entstehen. Robotik, automatisierte Fördertechnik und digitale Steuerungssysteme greifen dabei präzise ineinander. Gleichzeitig zeigte sich, dass trotz aller Automatisierung qualifizierte Fachkräfte weiterhin eine zentrale Rolle in der Produktion spielen.

Industrie der Zukunft bei Siemens
Während ein Teil der Gruppe das Deutsche Museum besuchte und sich dort mit verschiedenen technischen Entwicklungen beschäftigte, erhielten die Studierenden der Fachschule für Technik eine Führung durch eine moderne Produktionsumgebung bei Siemens.
Dabei zeigte sich eindrucksvoll, wie digitale Technologien und neue Arbeitskonzepte die industrielle Produktion verändern. Besonders interessant war der Einsatz von Augmented-Reality-Brillen und digital unterstützten Arbeitsplätzen, die Produktionsprozesse effizienter gestalten und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt sind.

Tradition und moderne Technik in der Spatenbrauerei
Ein weiterer Programmpunkt führte die Gruppe zur Spatenbrauerei München. Hier erlebten die Teilnehmenden, wie traditionelle Braukunst mit moderner Produktions- und Abfülltechnik verbunden wird.
Die Führung verdeutlichte, welche Rolle automatisierte Anlagen auch in einer Branche spielen, die auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblickt.

Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau
Neben den technischen Programmpunkten war auch der Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau ein sehr wichtiger Bestandteil der Studienfahrt. Aufgrund des Streiks im Münchner Nahverkehr erfolgte die Anreise kurzerhand mit mehreren Taxis. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden eine Führung über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers.
Wir besuchten unter anderem das ehemalige Häftlingslager, der Appellplatz sowie verschiedene Gedenkstätten. Die eindrucksvollen Schilderungen über den Alltag der Häftlinge sowie die historischen Hintergründe des Konzentrationslagers machten deutlich, unter welchen unmenschlichen Bedingungen Menschen hier leiden mussten.
Auch die Ausstellung zur Geschichte des Lagers verdeutlichte die Bedeutung der Erinnerungskultur und die Verantwortung, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Fazit
Die Studienfahrt nach München bot den Teilnehmenden eine intensive Woche mit zahlreichen Einblicken in moderne Industrieproduktion, Automatisierung und Robotik. Besonders bereichernd war die gemeinsame Reise von Auszubildenden und Studierenden der Fachschule für Technik. Die Mechatroniker erhielten Einblicke in mögliche Weiterbildungswege, während die angehenden Techniker ihre Erfahrungen aus der Fachschule einbringen konnten. Die Kombination aus technischen Unternehmensbesuchen, praktischen Workshops und historischer Reflexion machte die Studienfahrt für alle Beteiligten zu einer wertvollen Erfahrung.
(MRC)



